DIE GRÜNEN IM KREIS WALDSHUT

Krankenhäuser im Landkreis: 2 oder 1

Die Krankenhaussituation im Landkreis beschäftigt natürlich auch die Grünen. Dies gilt vor allem für die Ortsverbände Bad Säckingen und Waldshut, aber auch in besonderem Maß für die Kreistagsfraktion, da die Krankenhäuser zu den Kernaufgaben der Daseinsvorsorge des Landkreises gehören.

Nachdem das Thema der Umstrukturierung der Spitäler Hochrhein öffentlich gemacht und nun Rheinauf und Rheinab mehr oder weniger tiefgehend diskutiert wird möchten wir an dieser Stelle Einblick in Grüne Überlegungen geben und verweisen dazu zunächst einmal auf die Pressemitteilung der Fraktionsvorsitzenden der Kreistagsfraktion vom 12.3.2015 .

 

 

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Bürgerbeteiligung statt Politikverdrossenheit!

 
 

Politikverdrossenheit? Krise der Demokratie? Von wegen! Beim Besuch der Ludwigsburger Bundestagsabgeordneten der Grünen Ingrid Hönlinger und des Bundestagskandidaten Peter Schanz (Hohentengen) am 9.7.2013 in Murg ließen sich auch ganz andere Signale vernehmen: Transparenz politischer Entscheidungen! Bürgerbeteiligung! Meinungsfreiheit! Chancengleichheit! Wie das gehen kann, darüber sprachen Hönlinger und Schanz zuerst mit Aktiven des Murger Weltladens und ließen sich erläutern wie sich aus deren Sicht der Eine-Welt-Gedanke durch Bundespolitik befördert werden könnte. Die Schere zwischen Arm und Reich lässt sich z.B. schließen durch fairen Handel, durch bewussteren Genuss statt nur Konsum, durch Bekämpfung von Korruption, durch Vermittlung von Bildung (Lesen lernen genügt nicht: man muss dann auch Gelegenheit zum Lesen bekommen!) und dadurch Schaffung der Fähigkeit zur Mitbestimmung und Mitgestaltung des Gemeinwohls.

Anschließend ging es im Figurentheater AllerHand lebhaft zur Sache. Etwa 20 Gäste ließen sich von Ingrid Hönlinger erläutern wie die Grüne Bundestagsfraktion und speziell sie selbst diese Themen anpackt. Peter Schanz ergänzte den Vortrag mit Ausführungen, was die Grünen dazu im Wahlprogramm formuliert haben und welche Erfahrungen er selbst in der Kommunalpolitik und in den Beteiligungsgremien z.B. der Regionalkonferenz "Nördlich Lägeren" bereits sammeln konnte. Spannend dann auch die lebhafte Diskussion mit und im Publikum, in dem sich etliche MitmacherInnen lokaler Initiativen und Gremien fanden, die jeweils die eigenen Beobachtungen und Einschätzungen einbrachten. Hier ging es um die Kommunalparlamente, die Runden Tische zum PSW Atdorf und zur "A98" bis hin zu den Regionalkonferenzen oder so "einfachen" Dingen wie die vorgezogene Bürgeranhörung.

Mitgestaltung und Mitbestimmung sind Daueraufgaben einer offenen Gesellschaft und von jeder Generation dürfen dazu neue Wege gefunden werden. Kreativität ist gefragt um der Resignation zu entkommen. Fegen wir also den Feinstaub vom Sofa, schütten Gräben zu und beziehen trotzdem Stellung und suchen nach guten Eigenschaften unserer ärgsten politischen Gegner (sehr schwierig ;-). Aber vor allem: Engagieren wir uns! Bruttosozialprodukt allein ist nicht das Leben!

 

 

Gymnasium im oberen Wutachtal?

Zu den Plänen des Zweckverbandes Oberes Wutachtal, in Zukunft ein Gymnasium anzubieten, nimmt die Kreisvorsitzende Kerstin Küster in zwei Leserbriefen Stellung:

 

Der Schulzweckverband Wutachtal möchte ein Gymnasium

 

 

Wie der Zweckverband letzte Woche in einer Pressekonferenz mitteilte, soll es zukünftig in der Bildungslandschaft Oberes Wutachtal ein Gymnasium geben.

Aber es handelt nicht, wie sonst in den Kommunen üblich, um ein staatlich allgemeinbildendes Gymnasium, sondern um das Kolleg St. Blasien, eine Privatschule.

 

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Leserbrief zu den Schulplänen im oberen Wutachtal

Der Schulzweckverband Wutachtal möchte ein Gymnasium


Wie der Zweckverband letzte Woche in einer Pressekonferenz mitteilte, soll es zukünftig in der Bildungslandschaft Oberes Wutachtal ein Gymnasium geben.
Aber es handelt sich nicht, wie sonst in den Kommunen üblich, um ein staatlich allgemeinbildendes Gymnasium, sondern um das Kolleg St. Blasien, eine Privatschule.
Es steht außer Frage, dass das Kolleg St. Blasien einen guten Ruf hat und es ist auch wichtig, dass es in einer guten Bildungslandschaft Privatschulen gibt.
Wenn aber Kommunen nun hergehen, und nur ein privates Gymnasium anbieten wollen, anstatt sich einmal mit der Alternative Gemeinschaftsschule intensiv auseinander zusetzen, kann man dies schon als sehr fragwürdig bezeichnen. Zumal auch noch Schulgeld gezahlt werden muss, wie es an privaten Schulen einfach üblich ist. Das Schulgeld soll 130 Euro betragen, wenn dann noch der Fahrtkostenanteil von derzeit ca. 40 Euro dazu gerechnet wird, ergibt das im Monat 170 Euro pro Kind. Und das in einer Zeit, in der Europa in der Finanzkrise steckt und wir noch gar nicht wissen, was auf uns in Deutschland finanziell noch zukommt. Vielleicht hat der Vorschlag auch damit zu tun, dass der Zweckverband noch nicht offiziell gegründet ist und für solche Ideen niemand zur Rechenschaft gezogen werden kann.
Eine Alternative ist die Gemeinschaftsschule, wie es ab September eine in Wutöschingen gibt.
Wenn jetzt die Realschule Bonndorf einen Antrag zur Gemeinschaftsschule stellen würde, hätte sie mit ihren 97 Anmeldungen sehr gute Chancen, einen gymnasialen Abschluss anzubieten. Es müsste doch ein Ansporn sein, nicht nur zu den besten Realschulen Baden Württembergs zu gehören, sondern zu zeigen, dass man noch viel mehr kann, nämlich die Schüler auch zu einem guten Abitur vor Ort (!!) zu führen. Aber die Schule ruht sich lieber auf ihren Lorbeeren aus, anstatt zu zeigen, dass sie noch mehr kann, als das, was sie bisher schon geleistet hat.
Stattdessen wird dafür gesorgt, dass der Antrag der Schlüchttalschule zurückgezogen wird, aus welchen Gründen auch immer. Auf Elterninformation und auch Elternmeinung wird in dem Zweckverband wohl nicht sehr viel Wert gelegt. Ich hoffe nur, dass das die Eltern nicht davon abhält, sich eine eigene unabhängige Meinung zu bilden und zugunsten ihrer Kinder zu entscheiden, denn schließlich geht es um deren Zukunft.

Veröffentlicht am 5.8.12

 

 

Kerstin Küster

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Ein weiterer Leserbrief wurde von ihr dann nachgschoben:

 

 

Der Zweckverband im oberen Wutachtal möchte seinen Schülern die Möglichkeit zu einem gymnasialen Abschluss geben.

Es geht darum, ob die Schüler nun die Möglichkeit bekommen, das Abitur vor Ort durch eine Gemeinschaftsschule zu machen oder durch ein Aufbaugymnasium, wie in diesem Fall durch das Kolleg St. Blasien, eine Privatschule, die bezahlt werden muss.

Herr Dr. Spitz schreibt, dass die 135 Euro monatlich nicht ausreichen, um die Finanzierungslücke zu decken. Wohingegen Herr Gräf schreibt, dass nach Aussage von Dr. Müller eine Teilnahme am Aufbaugymnasium nicht am Schulgeld scheitern soll.

 

 

Am 16.5.2012 schreibt die BZ:

„Harsche Kritik an den geplanten bildungspolitischen Änderungen der Landesregierung übten Realschulrektor Paul Gihr, MdL Felix Schreiner (CDU), Werkrealschulrektor Volker Erler sowie Bürgermeister Michael Scharf beim Besuch des Parlamentariers am Bildungszentrum. Des weiteren äußert sich Felix Schreiner: „Die Gemeinschaftsschule ist keine eierlegende Wollmilchsau, zumal keiner weiß, ob sie über einen etwaigen Regierungswechsel hinweg Bestand haben werde.“

Es stellt sich schon die Frage, ob es hier um unsere Kinder geht oder um Politik?

 

 

Das Ziel der Gemeinschaftsschule ist, die SchülerInnen in ihrer Verschiedenheit als Wert anzuerkennen, zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten und Potenziale optimal zu entfalten. Gemeinschaftsschulen tragen durch individuelles Lernen zu mehr Chancengleichheit bei und sichern insbesondere im ländlichen Raum wohnortnahe Schulstandorte mit einem breiten Angebot an Schulabschlüssen.

Die SchülerInnen werden nicht mehr, wie beim bisherigen System, nach der 4.Klasse aussortiert. Dadurch ist längeres gemeinsames Lernen und eine individuelle Förderung möglich.

Über die Art des Schulabschluss kann dann zu einen späteren Zeitpunkt entschieden werden.

 

 

2010 hat das Fritz-Erler-Forum eine Studie über die regionale Schulentwicklung im Landkreis Waldshut veröffentlicht. Die Studie wurde von der SPD in Auftrag gegeben.

Durch den Rückgang der Schülerzahlen ist ein wohnortnahes Angebot weiterführender Schulen nur dann zu erreichen, wenn alternative Konzepte des längeren gemeinsamen Lernens umgesetzt werden, und neue Schulformen zur Anwendung kommen. Ansonsten werden sich mittelfristig viele Orte nicht als Standorte für weiterführende Schulen halten lassen: So Sabine Fandrych, Leiterin des Fritz-Erler-Forums.

 

 

Der Wegfall der Grundschulempfehlung hat das Ganze noch etwas beschleunigt.

Die Gemeinden sind nun gefordert nach Lösungen zu suchen.

Ist das Aufbaugymnasium jetzt eine Lösung ?

Oder nur ein Versuch, die Zeit bis zur nächsten Wahl zu überbrücken?

In der Hoffnung dass es einen Regierungswechsel gibt und die Gemeinschaftsschule nicht mehr bestehen kann?

 

 

Dazu kann uns wohl nur der Zweckverband eine Antwort geben.

 

veröffentlicht am 28.8.2012

Kerstin Küster