Atomkraft

Der Ausstieg ist längst überfällig

Wir befürworten den schnellen Ausstieg aus der Atomkraft, denn sie ist unsicher und längst überholt. Es ist nicht nachvollziehbar weiter Atomkraftwerke (AKW) zu betreiben und damit weiterhin Atommüll zu produzieren, der für Millionen Jahre eingelagert werden muss!

Da inzwischen als Alternative nachhaltige, ungefährliche und kostengünstige Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen, gibt es keinen vernünftigen und wirtschaftlichen Grund weiterhin neuen Atommüll zu produzieren. (Link zur Themenseite Energiewende)

Atomkraft ist gefährlich und zerstört die Umwelt

Bei einem größten anzunehmen Unfall (GAU) sind der volkswirtschaftliche Schaden, sowie die Gefährdung von Bevölkerung und Umwelt unermesslich. Der Versicherungsschutz der AKW reicht nicht annähernd dafür aus diese Schäden abzudecken und bei einem AKW-Unfall in Mitteleuropa ist die Evakuierung der Bevölkerung außerdem nur schwer oder gar nicht möglich, für Personen in der Nähe der Unfallstätte gibt es dabei auch keinerlei in jeder Hinsicht wirksamen Schutz gegen Strahlung!

Nicht zu unterschätzen ist auch das in den AKW entstehende und äußert giftige Plutonium, welches auch in Atombomben verwendet wurde. Die Gefährdung der AKW durch Terroranschläge und Flugzeugabstürze wird allein schon deshalb verharmlost!

Doch auch der Vor- und Nachlauf des Brennstoffes birgt Gefahren und Probleme: In den Lagerstätten sinken die Uran-Konzentrationen, was die Produktion von hochradioaktiven Schlacken erhöht. Außerdem müssen verbrauchte Brennstäbe zuerst für 10 – 12 Jahre in den Abklingbecken der AKW und dann bis zu 40 Jahren in den Zwischenlagern gelagert werden. Erst wenn dann sichere Endlagerstätten verfügbar sind, kann der Abfall unter Tage gebracht werden. Bis dahin lagert er überirdisch!

Zur Atomenergie in der Schweiz:

Der Hochrhein und die Atomkraft

Drei der vier Schweizer Atomkraftwerke  stehen mehr oder weniger direkt an der Grenze. Und im Gegensatz zum KKW Mühleberg in der Innerschweiz sollen „unsere“ drei KKW munter froh weiter betrieben werden, allen Problemen und Gefahren zum Trotz!

Das AKW Beznau muss sofort und endgültig stillgelegt werden! Block I hält den unrühmlichen Rekord das älteste AKW der Welt zu sein und weist schwere Schwach- und Fehlstellen im Reaktordruckbehälters auf. Auch der nur fünf Jahre jüngere Block II macht immer wieder mit Sicherheitsproblemen Schlagzeilen. Dadurch ist ein Weiterbetrieb unverantwortlich. Das Eidgenössische Nuklearsicherheits-Inspektoriat (ENSI) sieht allerdings keine Probleme, weder in den Fehlstellen noch in der Auslegung gegenüber Störfällen. Zur Not wird einfach geltendes Recht passend geändert. Diese Praktiken müssen beendet werden, denn das ENSI verliert so seine Glaubwürdigkeit!

Auch die AKWs Leibstadt, Gösgen und Mühleberg in der Schweiz, Fessenheim in Frankreich und Tihange und Doel müssen sofort stillgelegt werden! Vielfältige Probleme wie die unbekannten Gründe für das teilweise Trockenlegen der Brennstäbe in Leibstadt, die Auswaschung von Brennmaterial in Gösgen oder auch die Risse im Druckbehälter von Mühleberg zeigen, dass alle Schweizer Kraftwerke ihre technische Laufzeit bereits überschritten haben.  Selbiges gilt auch für Fessenheim mit seiner Notborierung 2014, sowie Tihange und Doel mit ihren wachsenden Rissen im Reaktordruckbehälter.

Das Zwischenlager Würenlingen, ebenfalls in direkter Nachbarschaft muss endlich transparenter arbeiten. Dafür braucht es die Offenlegung der Messdaten von Abgas und Abwasser des Plasma-Ofens und eine Offenlegung der Prozess-Bilanz. Wir fordern zudem die uneingeschränkte und dauerhafte Offenlegung der Abgas- und Abwasser-Messdaten aller weiteren Schweizer Atomanlagen, insbesondere in Grenznähe. Das Sträuben einiger Betreibergesellschaften dagegen, diese in der Vergangenheit zu veröffentlichen mit der Begründung durch nur zu geringes öffentliches Interesse oder ähnlichem ist schäbig und darf nicht dazu führen, Daten in der Zukunft wieder unter Verschluss zu halten.

Wir wollen kein Tiefen- und Endlager, welches Hals über Kopf an die Deutsch-Schweizer Grenze gesetzt wird. Die Eröffnung eines Endlagers muss außerdem zwingend mit der garantierten Stilllegung aller Schweizer AKW verbunden sein. Die Standort-Suche muss dabei möglichst lange offen geführt werden, damit immer Ausweichmöglichkeiten bestehen. Eine vorschnelle Festlegung auf bestimmte Regionen ist nicht tragbar, das gilt auch für Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Schweizer Akteuren wie für den Endlager-Standort „Nördlich Lägern“ zwischen ENSI und Nationaler Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (NAGRA). 

Zu guter letzt sollten, da nach der EEG-Novelle Eigenstrom aus Solar- und Windkraftanlagen künftig Ökosteuer-Pflichtig ist auch Kraftwerke für deren Eigenstromverbrauch Ökosteuer und EEG-Umlage bezahlen! 

(Hauptautoren: Hans-Joachim Müller und Niklas Nüssle)


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